Was kann man auf dem Balkon verlegen?

Erst vor Kurzem haben wir uns ja bereits über das Gestalten von Balkonen unterhalten. Dabei wollte ich mit dem Boden beginnen, denn für eine tolle Einrichtung braucht man eine gute Basis. Doch so im Nachhinein finde ich, bin ich noch nicht genug auf die verschiedenen Böden eingegangen. Was kann man auf dem Balkon verlegen? Sicherlich nicht nur WPC und BPC, auf die ich sehr explizit eingegangen bin.

Nachdem ich mich weiter mit der Gestaltung des Balkons auseinandergesetzt habe, sind mir noch viele weitere Balkonböden aufgefallen. Auf diese möchte ich dann nachträglich in diesem Beitrag eingehen.

Was kann man auf dem Balkon verlegen?

In dem heutigen Beitrag möchte ich Dir die folgenden Beläge vorstellen, welche man auf dem Balkon verlegen kann:

  • Holz(-dielen)
  • Kunstrasen
  • Fliesen
  • Klickfliesen
  • Gummiplatten
  • Feinsteinzeug und Naturstein
  • WPC und BPC
  • PVC

Wie Du siehst ist die Auswahl sehr umfangreich, sodass auch Du sicherlich einen passenden Boden findest und damit eine gute Basis für die Einrichtung des Balkons schaffst.

Ein Holzboden für den Balkon

Ein sehr beliebter Boden für die Terrasse ist Holz. Es sieht natürlich aus und bringt eine wohnliche Atmosphäre auf den Balkon. Dabei gibt es viele verschiedene Holzarten, welche sich für Deinen Balkon eignen. Beachte bei der Auswahl aber unbedingt die richtige Pflege, denn sonst hast Du nicht sehr lange Freude an den schönen Hölzern.

Welches Holz ist am besten für den Balkon?

Die Auswahl an Hölzern für Deinen Balkon ist sehr groß. Ich möchte Dir einmal die verschiedenen Arten vorstellen, sodass Du für Dich selbst entscheiden kannst, welches Holz am besten für den Balkon ist. Dabei unterteile ich die folgenden Holzarten in drei Kategorien: heimisches Holz, robuste Harthölzer und exotische Tropenhölzer.

Doch vorab einige grundlegende Dinge über Holz, welches man draußen verwenden möchte. Zuerst sollte man die Ausrichtung des Balkons beachten, denn Nord- und Ostlage ist ungeeignet für einen Balkon. Feuchtigkeit setzt sich lange fest und trocknet nur schwer ab. Somit kann es schnell zu Beschädigungen in und am Holz kommen.

Beim Verlegen von Holz sollte man unbedingt die Spaltenbildung beachten. Bei Wärme dehnt sich Holz aus, bei Kälte zieht es hingegen zusammen, wodurch es zu feinen Rissen im Holz kommen kann. Zusätzlich solltest Du niemals die Pflege des Bodens außer Acht lassen. Die Reinigung erfolgt bestenfalls mit einem speziellen Reiniger und einer Bürste.

Zusätzlich sollte man die Lasierung und Ölung nicht vergessen. Diese sollte mindestens einmal im Jahr erfolgen, damit das Jahr auf lange Zeit erhalten bleibt und „wie neu“ wirkt.

Heimische Holzarten

Zu den heimischen und beliebtesten Holzarten zählen unter anderem:

  • Douglasie
  • Kiefer
  • Fichte

Unsere einheimischen Hölzer sind natürlich leicht erreichbar und können online, aber auch in jedem Markt ergattert werden. Allerdings zählen diese Hölzer zu den Weichhölzern, was sie nicht so super robust macht. Für den Balkon selbst stellt es aber kein Problem dar, da hier nur wenig Belastung herrscht.

Allerdings benötigen Douglasie und Kiefer eine kleine zusätzliche Behandlung (kein Muss): Eine Thermobehandlung macht die beiden Hölzer noch widerstandsfähiger, was für den Balkon eine gute Überlegung ist.

Robuste Harthölzer

Als äußerst und robust zeichnen sich die folgenden Holzarten ab:

  • Esche
  • Eiche
  • Lärche
  • Robinie

Robuste Harthölzer halten natürlich einiges aus. Auf ihnen kann man herumhüpfen oder etwas fallen lassen und man merkt es dem Holz nicht an. Die enthaltenen Harze der Bäume machen das Holz ziemlich robust und vor allem wasserabweisend. Man muss sich also über Feuchtigkeit wenig Sorgen machen. Viel eher sollte man auf die Sonneneinstrahlung achten.

Insbesondere die Lärche tendiert dazu sehr schnell zu verblassen. Das regelmäßige Auftragen von Holzschutz ist sehr wichtig, damit das Holz nicht zu stark verblasst. Wer sehr stark auf Resistenz achtet, der sollte einen Blick auf die Robinie werfen. Sie erreicht auf der Skala die Resistenz-Klasse 1 und ist damit das einzige Holz, welches so robust wie Tropenholz ist.

Exotische Tropenhölzer

Tropenhölzer werden gerne importiert, was die Auswahl natürlich etwas fragwürdig macht, allerdings komme ich auf dieses Thema gleich nochmal zu sprechen:

  • Ipé
  • Teak
  • Bangkirai
  • Garapa

Tropenhölzer sind sehr gefragt, denn sie erreichen mitunter als Einzige auf der Resistenz-Skale die Klasse 1. Sie sind also unheimlich widerstandsfähig und strotzen geradezu jeder Witterung. Zudem sehen einige Hölzer unglaublich schön aus, da einige Arten viele verschiedene Schattierungen innehaben. Zum Beispiel zeigt sich echtes Bangkirai in vier verschiedenen Schattierungen gleichzeitig.

Ein richtiger Hingucker. An dieser Stelle muss man jedoch aufpassen. Tropenholz sollte man nicht einfach blindlings einkaufen. Hier gilt es besonders Wert auf das FSC-Siegel zu legen. Das Siegel ist ein deutlicher Indikator für den umweltfreundlichen Erhalt des Holzes.

Kunstrasen

Die Wirkung von Holz ist schön und gut, doch macht es ziemlich viel Aufwand die jeweilige Art auch richtig zu pflegen. Eine Alternative soll also her, welche irgendwie ein bisschen wie Natur auf dem Balkon wirkt. Einige schlaue Köpfe schaffen es tatsächlich Rollrasen auf ihrem Balkon zu etablieren. Allerdings lässt sich das kaum mit dem Hausherren vereinbaren, da der Aufwand ziemlich groß ist.

Eine weitere Alternative ist also einfacher Kunstrasen. Dabei muss der Kunstrasen nicht unbedingt etwas Schlechtes bedeuten. Es gibt mittlerweile sehr hochwertigen Kunstrasen, der vielleicht immer noch einen leichten „künstlichen“ Schein hat, allerdings in Sachen Weichheit ganz vorne mitspielt. Außerdem ist Kunstrasen eine tolle Option, wenn Kinder und Haustiere im Haushalt sind.

Der Kunstrasen ist frei von Schadstoffen, wie beispielsweise Blei, sodass Kinder vergnügt darauf spielen können. Und auch um die Haustiere muss man sich keine Sorgen machen, diese erleiden auch keinerlei Schaden durch einen künstlichen Rasen. Hinzu kommt, dass der Rasen unglaublich pflegeleicht ist, denn hier muss man nicht stutzen, nicht düngen und keine braunen Stellen ausbessern.

Welche Fliesen eignen sich für den Außenbereich?

Auch Fliesen lassen sich auf dem Balkon verarbeiten. Und wie Du sicherlich weißt, bin ich ein kleiner Fan von Fliesen. Sie sind leicht zu säubern, bieten immer einen aufgeräumten und edlen Touch und halten über Jahre hinweg. Zudem gibt es einige riesige Auswahl an Fliesen in verschiedener Optik, sodass Du hier sicherlich fündig wirst.

Ein Manko gibt es bei Fliesen jedoch: je nach Anbringung, kann man die Fliesen nur mit großer Mühe und Aufwand wieder entfernen. Im Endeffekt sind sie dann oft nicht mehr zu gebrauchen.

Klickfliesen

Doch man sollte nicht gleich den Kopf in den Sand stecken, denn Fliesen müssen ja glücklicherweise nicht immer verfugt werden. Sogenannte Klickfliesen bieten die perfekte Alternative für den aufgeräumten Touch und sind leicht auf und wieder abzubauen. Ohne das man dabei etwas kaputt machen muss.

Die Fliesen werden einfach miteinander verklickt, sodass jeder noch so unbegabte Heimwerker hier leichtes Spiel hat. Klingt doch nach einer perfekten Basis für Deinen Balkon, oder? Man benötigt auch kein weiteres Werkzeug, sondern kann alles per Hand verlegen. Dabei gibt es eine große Auswahl an Materialien, Mustern und Farben. Von Holz bis Stein und Mosaik findet man nahezu alles.

Übrigens bestehen die Klickfliesen auch aus einem rutschfesten Material. Selbst bei Regen musst Du Dir also keine Gedanken machen, dass Du auf den Pinsel fällst.

Balkon-Bodenbelag aus Gummi

 

Tatsächlich gibt es auch „Fliesen“, welche aus Gummi bestehen. Vielleicht hast Du diese ja einmal auf einem Spielplatz gesehen. Dort dienen sie eigentlich als Fallschutz, sodass keine ernsthaften Verletzungen entstehen. Diese Gummi-Platten kann man auch für den Balkon erwerben. Und diese bieten sogar einige Vorteile.

Sie sind kostengünstig, lassen sich kinderleicht verlegen und geben ein schönes Laufgefühl (da sie so weich sind). Zudem ist das Gummi frostsicher, sodass es auch den winterlichen Witterungen standhält. Der Gummibelag eignet sich perfekt um einen alten Balkonboden, welcher nicht austauschbar ist, abzudecken.

Feinsteinzeug und Naturstein

Ein seltener Gast auf dem Balkon: Steine. Nun gut, die Variante ist wohl eher für Terrassen gedacht, allerdings gibt es schöne Imitationen in Fliesenform. Diese Option solltest Du Dir aber wirklich durch den Kopf gehen lassen, denn die Anschaffung, Verarbeitung und Pflege ist wirklich nicht günstig. Sollte der Balkon einmal saniert werden, dann muss es alles wieder herausgerissen werden.

Dementsprechend sind die jeweiligen Fliesen und Fugen nicht mehr zu gebrauchen. Möglicherweise ein Unterfangen für eine Eigentumswohnung, aber nicht für eine Anmietung.

WPC und BPC für den Balkon

Die Alternative, welche ich im letzten Beitrag bereits ziemlich stark angepriesen habe. Solltest Du den Beitrag noch nicht gelesen haben, dann klicke einmal hier. Dort bin ich ziemlich ausführlich auf die Zusammensetzung, die Vorteile und auch auf die wenigen Nachteile der Kunststoff-Gemische eingegangen.

Übrigens möchte ich Dir diese Variante auch hier noch einmal empfehlen. Egal, ob Du Dich für WPC oder BPC entscheidest, beide Beläge sind ziemlich günstig und absolut sorgenfrei. Sie halten jeder Witterung stand, brauchen keine extra Pflege (wie es beispielsweise Holz benötigt) und lassen sich sehr einfach reinigen. Ein normaler Wischer und etwas Wischwasser reichen bereits aus.

Übrigens ist BPC sogar noch ein Stück besser als WPC, denn es wirkt noch ein Stück natürlicher, bleicht kaum aus und ist in Bezug auf Ökologie und Recycling ganz weit vorne. Zumeist besteht BPC zu 100 % aus recyceltem Material.

Kann man PVC auf dem Balkon verlegen?

Sobald man Kunststoff hört, denkt man womöglich an PVC. Eigentlich keine schlechte Idee, oder? Nun … ich persönlich würde Dir PVC nicht empfehlen. Der Kunststoffbelag ist gegen Wasser beständig und verträgt den einen oder anderen Regenschauer. Allerdings heißt es nicht, dass der Boden im Allgemeinen witterungsbeständig ist. Das ist leider absolut nicht der Fall.

Das große Problem ist direkte Sonneneinstrahlung. Gegen die UV-Strahlung sind die Kunststoffliesen nämlich überhaupt nicht gewappnet. Auch Feuchtigkeit ist keine optimale Umgebung für PVC. Feuchtigkeit, bzw. Wasser kann ganz leicht an den Rändern entlang unter das PVC schlüpfen. Das sorgt für Staunässe unter den Matten und kann schnell zu Schimmel führen.

Das ist vor allem ein Problem für Schimmel-Allergiker. Doch auch, wenn man mal die Wohnung verlässt, dann muss der Boden wieder raus. Und dann sieht man das ganze modrige Ausmaß. Den Schimmel wieder zu entfernen ist eine mühsame Aufgabe und teilweise bekommt man diesen auch nicht mehr entfernt. Insbesondere, wenn sich Fugen darunter befinden.

Hast Du also kein Gitterrost unter dem PVC-Belag, dann solltest Du diese kostengünstige Methode unbedingt meiden. Man sollte PVC also nicht auf dem Balkon verlegen. Greife lieber zu den Verbindungen, wie WPC oder BPC. Diese sind wetterbeständig und sehr pflegeleicht.

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Kilian Heyne

Hi! How are ya? Viele Wege führen nach Rom und so habe ich über verschiedene Interessen meine Liebe für gut gewählte Farbkombinationen entdeckt. Gerade in der Mode reden so viele Blogger und Influencer über die neusten Trends und Must-have Accessoires. Doch nie habe ich etwas die grundlegenden Dinge gelesen. Also habe ich es mir zur Aufgabe gemachte in allen möglichen Bereichen ein wenig mehr Design zu erleben. Queer Eye sei Dank!

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