Welcher Boden für Balkon?

Die Temperaturen steigen rapide an und in der Wohnung lässt sich kaum noch aushalten. Der Balkon ist dabei die perfekte Mischung aus „rausgehen“ und Gemütlichkeit. Einmal in die Sonne lümmeln und einfach entspannen. Doch viele Balkone sehen nicht sonderlich einladend aus. Das wollen wir ändern, und kümmern uns heute um die Frage, welcher Boden für Balkon geeignet ist.

Wir verbringen immer mehr Zeit auf dem Balkon: lesen ein interessantes Buch, beantworten unsere E-Mails, scrollen durch die sozialen Medien oder genießen einfach nur die Sonne. Allerdings laden die wenigsten Balkone zum langen Verweilen ein, denn viel Geld mag man für das „saisonale Angebot“ nicht investieren. Und damit bist Du, und auch ich, nicht alleine.

Wie Du vielleicht weist, bin ich vor kurzem in eine neue Wohnung gezogen und darf mich nun allen Herausforderungen der Wohnungseinrichtung stellen. Der Balkon gehört auch dazu, und wäre ich hier so tippe, darf ich auf kahle weiße Wände, ein metallenes Fensterbrett und eher unfertigen Betonboden gucken. Nicht gerade der Knaller, oder? Fangen wir also mit einer guten Basis an.

Gestalten wir einen ansprechenden Balkonboden!

Welches Material für Balkonboden?

Da kommt auch schon das erste Problem auf: Welches Material sollte ich für den Balkonboden eigentlich auswählen. Die erste Idee ist vermutlich Holz, doch dieses benötigt viel Pflege und nach einem Jahr sieht Holz, bedingt durch die Witterung, auch nicht mehr wirklich ansprechend aus. Doch glücklicherweise gibt es ja noch weitere Optionen als ein Holzboden.

Dabei mag man gar nicht denken, wie riesig die Auswahl sein kann. Natürlich kann man Holz wählen, doch es gibt viele (preiswertere) Alternativen, wie Bambus, WPC, BPC oder auch Kunstrasen. (Mal ganz ehrlich, hättest Du an Kunstrasen gedacht? Ich nicht, aber die Idee finde ich toll!) Und natürlich kann man auch die guten alten Fliesen anbringen.

Eine weitere interessante Idee ist ein Steinboden. Ein leicht kühler Look, aber dennoch sehr einladend durch die natürliche Note der Steine selbst. Insbesondere Steinzeug ist hier gefragt. Dabei kannst Du zwischen Natursteinen und Kunststeinen wählen. Die Entscheidung hängt wohl mehr oder weniger vom Portemonnaie ab.

Was ist der beste Balkonbelag?

Dich interessiert bestimmt nur, welcher Boden nun der beste für Deinen Balkon ist. Dabei ist das ziemlich schwer zu beantworten, denn jeder Mensch stellt ganz unterschiedliche Anforderungen an einen Bodenbelag. Soll es schnell gehen und möglichst preisgünstig, oder besonders umweltschonend oder vielleicht doch lieber einem bestimmten Stil entsprechen?

Wie Du Dir sicherlich vorstellen kannst, sind natürliche Optionen sehr pflegebedürftig und können deshalb schnell eine zeitaufwendige und auch preisintensive Anschaffung sein. Für die saisonale Nutzung des Balkons ist das nicht unbedingt die optimale Lösung, wenn Du mich fragst. Aus diesem Grund würde ich eine künstliche Alternative bevorzugen.

Ich kann mir vorstellen, dass sich bei einigen nun die Zehennägel umdrehen, wenn sie das Wort „künstlich“ hören. Künstlich sieht meistens auch künstlich aus und macht deshalb keinen schönen Eindruck und von einem Wohlfühlambiente wollen wir gar nicht erst reden. Doch in manchen Fällen sollte man nicht zu schnell urteilen (daran müsste ich mich viel öfter halten …).

Es gibt da zwei wunderbare Alternativen, welche auf WPC und BPC hören.

WPC ist dabei lediglich eine Abkürzung für den ausführlichen Begriff „Wood-Plastic-Composite“, was so viel bedeutet wie „Verbund“ aus Holz und Kunststoff. Bei dem jeweiligen Angebot bekommst Du also eine Mischung aus Holzfasern, welche von Kunststoff ummantelt sind. Tauscht man die Holzfasern gegen Bambusfasern, dann erhalten wir BPC.

Was ist besser WPC oder BPC?

Auf den ersten Blick sind beide Varianten eine interessante Alternative für normales Holz. Während Holz viel Pflege bedarf, sind WPC und BPC dank des Kunststoffs pflegeleicht. Sie benötigen kein Holzschutzmittel und sind von Natur aus gegen die Witterung geschützt. Zudem musst Du keine Abstriche beim Design machen, denn Holz und WPC ähneln sich sehr stark.

Doch zu welchem Material sollte man nun eher greifen: Holz oder Bambus? Im direkten Vergleich unterscheiden sich beide Verbindungen kaum. Sie sind pflegeleicht und witterungsbeständig, langlebig und man muss sich keine Sorgen um Splitter machen. Es kommt auch zu keinen Rissen. Pilze und Insekten befallen den Kunststoff auch nicht.

Den ersten Unterschied finden wir dann in der Zusammensetzung. Ein offensichtlicher Unterschied. WPC besteht zu 70 % aus Holzresten, die bei der Produktion anfallen können: zum Beispiel Holzmehl und –fasern. Im BPC finden wir zu gleichen Teilen Bambusfasern. Und tatsächlich machen diese einen kleinen aber feinen Unterschied.

Die Bambusfasern scheinen nämlich noch beständiger zu sein. Sie geben eine natürliche Holzoptik und behalten das Echtholz-Erscheinungsbild auch nach Jahren bei. Bamboo-Plastic-Composite ist also form- und farbstabil.

Einen weiteren Unterschied finden wir in der Ökobilanz. Die Holzreste stammen zumeist aus der Produktion schnell wachsender Holzarten und können damit das Ungleichgewicht zwischen den Laub- und Nadelwäldern fördern. Bambus ist im Gegensatz ein natürliches Gras, welches sehr schnell nachwächst und damit eine weitaus bessere Ökobilanz vorlegen kann.

Die beste Alternative: BPC

Müsste ich mich zwischen WPC und BPC entscheiden, dann fiele meine Wahl auf den Bambus-Plastik-Verbund. Die Unterschiede sind vielleicht minimal, können aber auf lange Sicht doch sehr deutliche Unterschiede hervorrufen. Die Bambusfasern können mit Hartholz-Varianten sehr gut mithalten und zeigen sich dennoch belastungsfähiger und robuster.

Bambus saugt sich auch nicht mit Wasser voll, sodass es bei möglicher Witterung noch beständiger ist. Ein weiterer kleiner Vorteil liegt in der Färbung. BPC ist durchfärbt und kann somit beidseitig verlegt werden. Auch die Reinigung ist denkbar einfach. Nutze keinen Hochdruckreiniger! Ein normaler Lappen und etwas Wischwasser reichen vollkommen aus, um bei Bedarf zu reinigen.

Auch der ökologische Aspekt ist die Kirsche on top. Bambus selbst wächst sehr schnell nach, wodurch keine verdrängenden Wälder angebaut werden müssen. Zumeist handelt es sich sogar um recycelten Bambus, was die BPC-Produkte noch ökologischer macht. Auch der 30-prozentige Plastikanteil besteht zumeist aus recyceltem Material. Besser geht es nicht.

Natürlich möchte ich an dieser Stelle nicht verschweigen, dass es auch einige Nachteile gibt. Zwei um genau zu sein. Zum einen fehlt die natürliche Holzstruktur. So fehlen die bekannten Maserungen von Holz und kleine Unebenheiten, wie beispielsweise Astlöcher. Das könnte dem ein oder anderen sicherlich fehlen.

Außerdem heizen sich die Holz-Alternativen stärker auf, sodass es bei praller Sonneneinstrahlung schon ziemlich warm an den Füßen sein kann.

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Kilian Heyne

Hi! How are ya? Viele Wege führen nach Rom und so habe ich über verschiedene Interessen meine Liebe für gut gewählte Farbkombinationen entdeckt. Gerade in der Mode reden so viele Blogger und Influencer über die neusten Trends und Must-have Accessoires. Doch nie habe ich etwas die grundlegenden Dinge gelesen. Also habe ich es mir zur Aufgabe gemachte in allen möglichen Bereichen ein wenig mehr Design zu erleben. Queer Eye sei Dank!

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